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  Niveaufreies Verkehrskonzept (NVK) - Neuordnung Bahnübergänge

Überblick

Seit 2007 wird – nach mehrjähriger Vorgeschichte - in Lübbenau/Spreewald ein komplexes Eisenbahnkreuzungsprojekt zwischen vier Baulastträgern bearbeitet. Ziel dieses Projektes ist der höhenfreie Ersatz von vier innerstädtischen Bahnübergängen (BÜ) und die Änderung eines weiteren Bahnüberganges. Als tragendes Element gilt die Verlegung der Landesstraße L 49 auf die Südseite des Bahnhofes Lübbenau/Spreewald (Güterbahnhofstraße). 

 

Zeitstrahl     NVK_Zeitstrahl_20260302      
Gesamtlösung vorher-nachher

Die Maßnahme ist aus Gründen der Sicherheit und Abwicklung des Verkehrs notwendig. Sie wird in erheblichem Maß zur Verbesserung der innerörtlichen Verkehrsverhältnisse beitragen. Der Straßenverkehr rollt dadurch künftig flüssiger. Das bedeutet weniger Staus und Umweltverschmutzung. Zugleich können Züge so störungsfreier und pünktlicher die Stadt durchqueren. Den heutigen und zukünftigen Anforderungen an den Schienen- und den motorisierten und nicht motorisierten Straßenverkehr wird gleichermaßen Rechnung getragen. Die Stadt Lübbenau/Spreewald gewinnt insgesamt an Lebensqualität.

 

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutsche Bahn für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sagt zum Spatenstich: „Baustellen bedeuten zunächst Fahrplanänderungen, aber nach Ende der Arbeiten bedeuten sie Fortschritt und Verbesserung. Das gilt auch für die Beseitigung der Bahnübergänge in Lübbenau. Wir machen uns heute auf den Weg, die Verkehrssituation in der Stadt spürbar zu verbessern. Danke, dass Sie dafür alle mit uns an einem Strang ziehen.“
 

Die betroffenen Bahnübergänge sind:

  • Strecke Berlin-Görlitz - BÜ km 84,8 Berliner Straße (L 49) – höhenfreier Ersatz

  • Strecke Berlin-Görlitz - BÜ km 85,0 Straße des Friedens – höhenfreier Ersatz

  • Strecke Berlin-Görlitz - BÜ km 86,1 Bahnhofstraße (L 49) – höhenfreier Ersatz

  • Strecke Lübbenau – Senftenberg - BÜ km 86,1 Kraftwerkstraße (K 6636) – höhenfreier Ersatz

 

Die beiden Bahnübergänge „Berliner Straße“ und „Straße des Friedens“ ersetzt die Deutsche Bahn durch eine gemeinsame Eisenbahnbrücke. Für die Bahnübergänge „Bahnhofstraße“ (Strecke Berlin - Görlitz) und „Kraftwerkstraße“ (Strecke Lübbenau - Senftenberg) baut das Land je eine Straßenbrücke. Das Projekt ist gemäß der Kreuzungsvereinbarung in drei Durchführungsanteile aufgeteilt. Diese Anteile liegen bei der Planung, der Realisierung und der Abrechnung in unterschiedlichen Händen:

  • Nordkopf (BÜ Berliner Straße und BÜ Straße des Friedens) – DB InfraGO AG 

  • Güterbahnhofstraße (Verlegung der L 49 von der Bahnhofstraße auf die Güterbahnhofstraße) – Stadt Lübbenau/Spreewald

  • Südkopf (BÜ Bahnhofstraße und BÜ Kraftwerkstraße) – Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

Geplant ist auch der Bau von zwei neuen Kreisverkehren. Der eine wird als sogenannter „Hochkreisel“ mit zwei Knotenarmen die L 49 und die Verlängerung der Bahnhofstraße (Verbindung in die Altstadt) verknüpfen. Der zweite Kreisverkehr bindet die Kraftwerkstraße an die L 49 an.

 

Auch für diejenigen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind, fallen die Wartezeiten an den Schranken weg. Um die Bewältigung des Höhenunterschiedes zu ermöglichen, wurde in der Planung darauf geachtet, unter der zulässigen Höchstlängsneigung von vier Prozent zu bleiben.

Für den Bau des Straßensystems, dem sogenannten Südkopf, ist auch die Umverlegung des Grebbinfließes erforderlich. Es ist von Bedeutung für das Entwässerungssystem im Bereich des Vorhabens und wird naturnaher gestaltet, als dies jetzt der Fall ist. 

 

Die Kreuzungsbeteiligten sind ein Schienen- und drei Straßenbaulastträger:

  • die DB InfraGO AG

  • der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg (LS)

  • der Landkreis Oberspreewald-Lausitz

  • die Stadt Lübbenau/Spreewald

Bürgerinitiative „Drüber oder Drunter“ 

Weichensteller für diese‚ große Lösung’ ist die Bürgerinitiative (BI) „Drüber oder Drunter – Für Bahnlösungen mit Zukunft!“, die von Beginn an die entscheidende Aufmerksamkeit der Politik auf Bundes- und   Landesebene auf Lübbenau/Spreewald lenken konnte. Mehr als 8000 Unterschriften konnten im August/September 2007 gesammelt und dem damaligen Landtagspräsident Gunter Fritsch übergeben werden. 

 

Im gleichen Jahr gründete sich eine Bürgerinitiative. Sie setzt sich seit dieser langen Zeit für eine Bahnlösung mit Zukunft ein und für ein unbeschranktes Leben und Erholung in unserer Stadt. Am 14.01.2009 bestätigte die Stadtverordnetenversammlung durch einen Beschluss die vom Projekt begleitenden Arbeitskreis favorisierte die sogenannte Gesamtvariante 4. Seitdem haben sich BI, Stadtverordnetenversammlung und Stadtverwaltung bemüht, den Planungsprozess gemeinsam mit den anderen Partnern voran zu bringen. 

 

Im Januar 2024 wurde der Bürgerinitiative im Rahmen des Lübbenauer Neujahrsempfanges für ihr unermüdliches Engagement eine besondere Ehre zuteil: Die Beteiligten haben sich ins goldene Buch der Stadt eingetragen. 

Zur Pressemitteilung Eintragung ins goldene Buch